Mittwoch, 21. Mai 2014

open-minded

"ICH BIN DANN MAL WEG" - nicht nur ein Werbe-Slogan einer Fotokamera, sondern auch schnell mal gedacht, wenn man mit der momentanen Lebenssituation nicht ganz zufrieden ist. Dass das nicht ganz so einfach ist wie man sich das vorstellt, ist selbstverständlich... Mal schnell den Job gekündigt, die Wohnung aufgegeben, das Auto verkauft und von den Freunden verabschiedet. Klingt einfach, ist es aber nicht. Auch ich musste diese Erfahrung machen. Doch bin ich glücklich, diese Entscheidung getroffen zu haben, denn es gibt mir die Möglichkeit mich zu entfalten, neue Kulturen kennenzulernen und mich weiterzuentwickeln. Andererseits haben mir die vielen, meist schmerzhaften, Abschiede gezeigt, wie tief denn eigentlich meine Wurzeln "zuhause" sind. Wie schwer es auch meinen Freunden und meiner Familie fällt mich gehen zu lassen und wie sehr ich diese Menschen liebe und von ihnen geliebt werde. Manchmal merkt man erst durch einen Abschied wie reich man an Liebe ist...

Aber zurück zu den Kultur-Unterschieden, das Thema ist ja "open-minded".
Unglaublich viele Dinge werden hier anders gehandhabt denn bei uns, doch einiges erinnert mich an Italien oder Spanien, "unsere" südlichen Ländern :-)

Zum Beispiel muss ich hier wieder kochen lernen. Unser Herd nennt sich "cocina magallanica" und erinnert an die alten Herde aus den Jugendzeiten meiner Uroma. Damals wurden sie ja noch mit Holz beheizt, aber hier sind sie zum Glück schon ans Gas angeschlossen. Hier ist das allerdings nichts altertümliches, es hat Tradition und findet sich in vielen Haushalten wider. Aber natürlich gibt es auch die "normalen" Gasherde. Das Kochen funktioniert ja nach einer Woche üben  mittlerweile schon ganz gut. Ist echt interessant mit dem Ding zu arbeiten! :-)
Aber das Kuchen backen war ein totaler Reinfall!!! Ist mir noch nie passiert dass ein Kuchen außen schwarz und innen teigig war *Arrrrggg* Uff, ich muss mich wohl noch mit den vielen Öffnungsmöglichkeiten auseinandersetzen um die passende Temparatur zu bekommen. Da sind wir weit entfernt von Umluft, 150° Grad einstellen und 20 Minuten warten bis der Kuchen fertig ist.  Auf dem Foto lach ich noch, das war noch beim Teig anrühren.... vom Kuchen danach hab ich besser gleich gar kein Foto gemacht... 


Auch das Müllabfuhr-System find ich da sehr interessant.... Einige Häuser haben fix montierte Gitterboxen im Grünstreifen neben dem Gehsteig, mehr zum Schutz des Mülls vor den vielen freilaufenden Hunden. Die Müllabfuhr kommt zwischen zwei oder drei Mal wöchentlich vorbei. Jene Häuser ohne Gitterbox sammeln den Müll in Plastiksackerln vom Supermarkt und hängen am Tag der Abholung die Sackerl auf den Gartenzaun (wieder zum Schutz vor den Hunden). Das sieht dann etwa so aus:


Die Sackerl bringen mich gleich zum nächsten Unterschied. In den Supermärkten werden die Einkäufe in Unmengen von Plastiksackerln eingepackt. Hinter jeder Kasse steht eine "Einpackerin", wie man sie aus den Hollywood-Filmen kennt.

Ok, jetzt habt ihr mal einen kleinen Einblick in meinen Kulter"schock", aber es nicht wirklich ein Schock. Ich finds eher mehr interessant, jeden Tag entdecke ich neue Unterschiede :-)

Ah, ein kleiner Nachtrag, weils gerade aktuell ist: Unser Nachbar (der auch gleichzeitig der Eigentümer unseres Hauses ist und wir haben eine gemeinsame Einfahrt) ist Colectivo-Fahrer und er repariert jeden Tag irgendetwas an seinem Auto. Das ist auch üblich hier, dass die Leute ihre Autos selbst reparieren, sofern sie es können. Mir kommt vor, dass das vor allem die Colectivo-Fahrer so machen. Auch die Colectivos haben oft den Anschein danach ;-)

Besitos a todos y una buena noche!

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